Anreise mit dem Auto

Die Anreise mit dem Auto nach Montenegro ist für alle, die gerne Auto fahren eine wunderschöne Reise. Speziell die Route an die Küstenregion ist wirklich visuell sehr beeindruckend. Ein paar Dinge gibt es zu beachten, wenn man mit dem Auto nach Montenegro kommt und dort unterwegs ist. Dazu unten mehr.

Montenegros Straßennetz

Montenegro ist – vor allem im Gegensatz zu Deutschland – grundsätzlich nicht so stark vernetzt was Straßen angeht. Die Straßen werden hier fortlaufend erneuert und somit das Straßennetz auch verbessert. Wie aber alles in Montenegro braucht auch dies ein wenig Zeit. An der Küste entlang ist das Straßennetz super, im Innenland jedoch etwas magerer. Dies liegt vor allem daran, dass das Innenland sehr gebirgig ist und somit der Straßenbau grundsätzlich etwas erschwert und aufwändiger ist.

Straßenarten

Montenegro hat bislang keine Autobahnen, wie man sie als solches aus anderen Ländern kennt (wenn gleich Autobahnen im Bau sind….). Es gibt sogenannte „Magistralen„, Straßen, die die Städte miteinander verbinden. Diese sind vergleichbar mit deutschen Landstraßen. Fährt man auf den Magistralen, so hat man aufjedenfall kein Problem damit, sich eventuell zu verfahren. Autobahnen sind tatsächlich „im Bau“, dies wird aber vermutlich noch einige Jahre dauern, bis zur Fertigstellung.

Dann gibt es die „alten Landstraßen„. Straßen, die seit alten Zeiten Dörfer und Städte miteinander verbinden. Die meisten davon wurden ersetzt durch neuere, qualitativ höherwertige Strecken und Straßen. Die meisten Einwohner kennen die alten Straßen natürlich sehr gut und nehmen Sie als „Abkürzung“. Da die Beschilderung und auch die Qualität der Straßen als solches jedoch eher schlecht ist, würde ich Touristen/ Reisenden eher davon abraten diese Strecken zu benutzen. Man verliert sich leicht im Nirgendwo und muss sich dann durchfragen – und hier lotst ein jeder gerne woanders entlang.

Diese alten Landstraßen eignen sich natürlich sehr gut um kleine Dörfer kennen zu lernen und Fotos zu machen zum Beispiel. Wenn Sie aber ein spezielles Ziel haben und dort einfach zügig hingelangen möchten, dann empfiehlt es sich, die neueren Straßen zu nehmen.

Fahrweise der Montenegriner

Die Fahrweise der Montenegriner sei hier noch kurz erwähnt. Ein defensives Fahren empfiehlt sich hier sehr. Die Montenegriner fahren oft sehr schnell, überholen an Stellen, die nicht sicher scheinen und ganz und gar nicht zum Überholen geeignet. Es wird schon mal gedrängelt, wenn man nach Vorschrift fährt und das ein oder andere Rennen wird sich hier auch geliefert.

In den meisten Städten wird der Verkehr hier durch Kreisverkehre anstelle von Ampeln geregelt – auch hier ist die Fahrweise und Handhabung der Montenegriner etwas speziell. Da wird schon öfter einfach von innen heraus die Abfahrt aus dem Kreisverkehr genommen ohne die äußere Spur zu beachten.

Also, wie gesagt, es empfiehlt sich ein defensives, vorsichtiges und vorrausschauendes, mitdenkendes Fahrverhalten damit Sie auf der sicheren Seite sind.

Tempolimits 

  • Innerhalb Ortschaften gilt es 50 km/h zu fahren,
  • auf Landstraßen darf man in der Regel 80/100 km/h fahren.

Gebühren

Wenn man in Montenegro von der Polizei angehalten wird, weil man zu schnell gefahren ist oder eventuell über eine durchgezogene Linie hinweg überholt hat oder dergleichen, dann wird es sehr teuer für Nicht-Montenegriner. Halten Sie sich also besser an die vorgeschriebenen Tempolimits und auch an die Beschilderungen und Linien.

Darüber hinaus gibt es in Montenegro eine Menge Tunnel. Für so manch einen Tunnel muss man Gebühren bezahlen. Diese Gebühren liegen aber im sehr erschwinglichen Bereich – meist ca. 2,50 Euro.

Hier mal ein kleiner Auszug aus dem Bußgeldkatalog. Zum Teil werden die Strafen aber auch individuell höher ausfallen.

Verstoß Sanktion
Alkoholverstoß 70 Euro
Handyverstoß 60 Euro
Falsch geparkt 70 Euro
Anschnallpflicht missachtet 40 Euro
Rote Ampel missachtet 70 Euro
über 20 km/h zu schnelles Fahren 40 Euro
über 50 km/h zu schnelles Fahren 100 Euro

Maut-Gebühren

In Montenegro gibt es keine Maut-Gebühren. Die einzige „Straßen-Nutzung“, die Sie bezahlen müssen ist die Durchfahrt durch den Sozina-Tunnel. Dieser verbindet Podgorica mit Sutomore/Bar und wurde erstellt als eine Art Abkürzung zwischen den Küstenstädten Bar, Sutomore etc. und der etwas weiter im Inneren des Landes liegenden Hauptstadt Podgorica. Er stellt tatsächlich eine deutliche Zeitersparnis dar. Der Sozina-Tunnel ist ca. 4200 m lang und wurde im Jahre 2005 fertiggestellt.

Hier und nur hier an diesem Tunnel muss nun eine Gebühr gezahlt werden. Die Gebühr liegt zwischen 1 – 18 Euro, abhängig davon mit welcher Art von Fahrzeug Sie reisen. Die Gebühr ist in 5 Kategorien eingeteilt – von Kraftrad bis LKW. Für einen durchschnittlichen PKW beträgt die Gebühr 2,50 Euro und ist somit sehr günstig.

Tankstellen

Eine kleine Anmerkung zum Thema Tankstellen. In dem touristischen Küstengebiet gibt es eine Menge Tankstellen, sodass man sich keine Gedanken machen muss, wenn das Benzin mal knapp wird. Anders sieht es im Landesinneren aus. Im Landesinneren fährt man oft sehr lange Strecken um überhaupt von einem Dorf/ Kleinstadt ins nächste zu gelangen. Dementsprechend ist es empfehlenswert stets auf den Tank zu achten und lieber früher als zu spät zu tanken.

Dokumente

Wie eigentlich immer und überall müssen Sie auch in Montenegro darauf achten, stets Ihre Papier mitzuführen. Hierzu zählen der Führerschein, Personalausweis, Reisepass sowie für das Auto die „grüne Karte„. Sie werden bei Kontrollen nach allen Papieren gefragt und müssen diese vorzeigen.

Der EU-Führerschein wird in Montenegro anerkannt, ein internationaler Führerschein ist also nicht notwendig.

Einreise / Meldepflicht

Wichtig: Mit einem gültigen Personalausweis dürfen Sie sich maximal 1 Monat in Montenegro aufhalten, bis einem gültigen Reisepass 3 Monate. Darüber hinaus muss jeder, der länger als 3 Tage in Montenegro bleibt sich innerhalb von 24 Stunden entweder bei der Polizei oder auch in einem Tourismus-Center (z.B. Turistička organizacija Bar) melden. Wenn Sie ein Hotel oder eine Unterkunft gebucht haben, dann übernimmt die Meldung in der Regel die Leitung der Unterkunft für Sie.

Licht einschalten!

In Montenegro ist es Pflicht, ganzjährig und bei Tag wie bei Nacht das Licht eingeschaltet zu haben. Dies gilt vor allem der Vorsicht wegen, da in so manch einem Tunnel – und davon gibt es hier viele – keine Beleuchtung ist und es dementsprechend gefährlich wäre ohne Licht zu fahren.

Fahren Sie ohne Licht, dann gibt es auch hier wieder ein sattes Bußgeld.

Alkohol am Steuer 

Dies stellt eigentlich eine Selbstverständlichkeit dar, aber: die Promillegrenze in Montenegro liegt bei 0,3% – es ist also mehr als empfehlenswert nur Auto zu fahren, wenn Sie keinerlei Alkohol getrunken haben! Auch hier droht zu einem satten Bußgeld manchmal auch ein Fahrverbot oder ein kleiner Aufenthalt im Gefängnis.

Straßenqualität

Es gibt quasi zwei verschiedene Arten von Qualität was die Straßen betrifft hier in Montenegro: im touristischen Küstengebiet weisen die Straßen zumeist eine gute Qualität auf. Das soll heißen, dass die Straßen Leitplanken haben, mit Linien gekennzeichnet sind, es Abbiegespuren und dergleichen gibt und die Straßen nachts beleuchtet sind.

Im Landesinneren oder auf älteren Landstraßen sieht es da leider schon ganz anders aus – hier ist die Straßenqualität leider oft sehr schlecht. Man findet hier viele Straßenschäden – wie etwa Schlaglöcher – die Straßenbemalung fehlt oft. Manchmal sind die Straßen sehr eng und knapp, es gibt zum Teil keine Abbiegespuren und die Straßenbeleuchtung fehlt auch an weiten Strecken.

Es empfiehlt sich also nachts eher nicht auf Landstraßen oder alten Straßen unterwegs zu sein und sowieso immer sehr achtsam zu fahren.

Sonstige Pflichten und Verbote 

Selbstredend ist es auch in Montenegro nicht erlaubt während der Fahrt zu telefonieren. Handy also schön beiseite packen oder den Beifahrer telefonieren lassen!

Und wie auch überall anders muss man in Montenegro natürlich auch angeschnallt fahren.